Insektenhotels – schaffe Nistplätze in deinem Garten

Wildbienen benötigen zum Nisten einen geschützten Hohlraum. Je nach Art bevorzugen sie Löcher in der Erde, in Mauern oder in Hölzern. In diesem Hohlraum legen sie ihre Brut samt einem Pollenvorrat ab und verschließen den Eingang sorgfältig. Da natürliche Nistplätze rar geworden sind, kannst du den Wildbienen mit einem Insektenhotel helfen.

So kannst du ganz einfach eine Nisthilfe bauen

Variante 1 – Aststück mit Bohrungen

Diese Nisthilfe kannst du ganz einfach aus einem dicken Aststück bauen. Dazu eignen sich allerdings ausschließlich Harthölzer wie z.b. Buche, Esche oder Eiche. Sie neigen nicht zur Rissbildung und können mit Bohrlöchern im Durchmesser von 3, 4, 6, 8 und 10 mm versehen werden. Man sollte nur ins Längsholz bohren, also parallel zur Rinde, nicht ins Stirnholz.

Jede Bienenart benötigt eine unterschiedlich große Nistrohre. Welche Arten dein Insektenhotel attraktiv finden, kannst du hier erfahren.

Variante 2 – ein Insektenhotel

Dafür verwenden wir Schilfhalme, alternativ auch Bambus. Die lassen sich aufgrund der dicken Halmwand und ihrer Härte sehr gut schneiden, ohne zu splittern. Weiche Fasern oder Härchen, die fast immer an der Schnittkante des Schilf- oder Bambushalmes stehen bleiben, stellen für Wildbienen keine Verletzungsgefahr dar. Die Halme müssen einen stabilen Halt haben und trocken bleiben. Daher ist es sinnvoll, sie eng in eine Holzform einzupassen.

Ganz wichtig: der passende Standort

Für Nahrungsangebot sorgen

Die Umgebung deines Insektenhotels sollte genügend Nektar und Pollen zur Verfügung stellen, damit auch Wildbienen angezogen werden. Es braucht also Blüten von Frühjahr bis Herbst.

Wie und wo montieren?

Die Umgebung deines Insektenhotels sollte genügend Nektar und Pollen zur Verfügung stellen, damit auch Wildbienen angezogen werden. Es braucht also Blüten von Frühjahr bis Herbst.

Sonnig


Insekten lieben die wärmende Sonne, daher solltest du das Insektenhotel möglichst in südlicher Richtung aufstellen. Auf jeden Fall sollte die Sonne hin und wieder auf die Nisthilfe scheinen, denn Hautflügler sind Kaltblüter und für ihre Entwicklung auf eine warme Umgebung angewiesen.

Sichtbar

Die Nisthilfe sollte möglichst gut einsehbar sein und nicht versteckt in einer Hecke hinter ganz vielen Blättern.

Stabil

Das Insektenhotel sollte nicht an einem Faden herabhängen und mit dem Wind hin und her wackeln. Am besten ist es, wenn eine Kante an eine Wand gelehnt ist und damit Stabilität bringt.

Schutz vor Regen

Nord-Westen ist die Wetterseite in Mitteleuropa und häufig kommen Wind und Regen aus dieser Richtung. Vermeide daher die Ausrichtung des Insektenhotels zu diesen Seiten. Ideal ist es, wenn gar kein Regen auf die Nisthilfe fällt und zum Beispiel unter einem vorstehendes Dach als Standort gewählt wird. Ist das nicht möglich, sollte darauf geachtet werden, dass das Insektenhotel leicht nach vorne angeschrägt montiert wird, so dass Regen wieder aus dem Halmen heraus fließen und sich kein Wasser stauen und sich kein Schimmel bilden kann.

Wann ist die beste Zeit?

Ein Insektenhotel kann unabhängig von der Jahreszeit aufgehängt werden also auch im Herbst oder Winter. Die ersten Bewohner werden jedoch erst im Frühjahr einziehen, wenn es über einen längeren Zeitraum warm war und die Wildbienen vom Vorjahr aus Ihrem Winterschlaf erwachen. Die Flugzeit für manche Wildbienen beginnt im März und teilweise gibt nach 3 Monaten eine zweite Generationen. Andere Wildbienen schlüpfen erst im Juli und daher kann es im August immer noch zu einen Neueinzug kommen. Bekannte Vertreter für das Frühjahr ist die gehörnte oder rote Mauerbiene und im Sommer sind viele Maskenbienen zu beobachten, die eine neue Unterkunft suchen.

Vorsicht beim Kauf eines Insektenhotels

Wer ein Insektenhotel kaufen will, sollte auf jeden Fall genauer hinschauen: Viele Insektenhotels sind nicht nur sehr teuer sondern teilweise sogar ungeeignet und schädlich.

Abb. links: Eine typische Nisthilfe aus dem Baumarkt oder Discounter. Sie ist nicht nur schlecht verarbeitet, hier findet man auch eine falsche Anordnung von Materialien. Beispielsweise fühlen sich Ohrenzwicker in Kiefernzapfen pudelwohl, jedoch ernähren sie sich leider auch von den Larven der Wildbiene.

Immer wieder finden wir extrem unsaubere Bohrungen (Abb. rechts) auf der Stirnseite von faserigem Weichholz. Die abstehenden Holzspäne werden zur Todesfalle. Die Insekten reißen sich hier die Flügelchen auf und verenden qualvoll.

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